Kosten für mobiles Internet im Ausland
Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es eine Diskussion über die Kosten für Roaming – das Telefonieren mit dem Handy im Ausland. Ahnungslose Urlauber, die ihre Lieben zu Hause an den Schönheiten und Erlebnissen ihres Urlaubes teilnehmen lassen wollte, erlebten nach der Heimkehr böse Überraschungen. Kosten von teilweise über 5 Euro pro Minute trieben die Kosten für ein einmaliges Plaudern mit der Heimatbasis in Höhen, die schon fast für ein Flugticket oder ein eigenes Hotelzimmer für den Gesprächspartner gereicht hätten. Nun gibt es seit Juni 2007 eine Höchstgrenze für Roaming-Gebühren, festgesetzt vom EU-Ministerrat. Seitdem wurden die Beträge mehrfach geändert, aktuell liegen die Höchstgrenzen für Auslandsgespräche bei 43 Cents für abgehende und 19 Cents für eingehende Gespräche. Auch eine Preisgrenze für Sms gibt es, sie liegt bei 11 Cents pro Kurznachricht. Pflicht wurde auch die Abrechnung der im Ausland geführten Gespräche in Sekundentaktung.
Regulierung auch für Datenübertagungskosten
Seit Einführung des mobilen Internet für die sogenannten Smartphones, ergibt sich nun ein ähnliches Problem. So sind die angebotenen Datenverträge der meisten Anbieter nur dazu geeignet, geringe Datenmengen zu laden oder zu verschicken, beispielsweise 5 MB als Tagesgrenze. Jedes weitere Megabyte kostet dann schon über drei Euro, im außereuropäischen Raum auch schon mal schlappe acht Euro.
Als Rechenbeispiel kann damit ein etwa 10 MB großes Musikvideo – und dabei würde es sich um ein vergleichsweise kleines Video handeln – auf einen Schlag ein 80 Euro großes Loch in die Urlaubskasse reißen.
Änderungen in Sicht
Die Entwicklung geht zum Glück in die gleiche Richtung wie bei den Auslandstelefonaten. Auch für Datenpakete fordert aktuell die EU-Kommissarin Viviane Reding eine Preisobergrenze, die den Anbietern auferlegt werden soll. Der einzelne Verbraucher sollte sich vor Nutzung über die Kosten für Datenpakete erkundigen oder sich überlegen, ob er nicht im Urlaub mit den nötigsten Anwendungen auskommen kann. So ist das Abrufen von E-Mails, sofern sie keine großen Anhänge enthalten, immer noch günstig zu haben. Enthält eine E-Mail nur Text, kommt sie mit 3-30 kb aus. Auf diese Weise überschreitet man nicht allzu schnell die Datenobergrenze der Paketangebote.